rückblick

RückblickRückblickend stelle ich fest, dass ich mächtig faul geworden bin, was meine regelmäßigen Wortmeldungen an dieser Stelle angeht. Aber so ist das mit zunehmendem Alter, man konzentriert sich mehr auf die wesentlichen Dinge des Lebens. Schlafen, Fressen, Spielen. Und Schlafen und Fressen.

In diesem Sinne. Ich leg mich mal wieder hin. Melde mich nächstes Jahr wieder. (Ist ja nicht mehr lange hin.)

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urlaub von frauchen

Frauchen wollte eine Reise tun. New York sollte es sein. Eine ganze Woche lang.
Und was sollte aus mir werden?? Ein Flugzeug würde ich ganz bestimmt nicht so bald wieder besteigen. Und wie die Hunde in dieser Stadt ihr Dasein fristen müssen, hatte ich auch schon mal gehört – Beton, überall Beton, kaum Grün, fast immer an der Leine, und dann diese Kleidung…. Neenee, da sollte sie mal schön allein hin fahren.Da traf es sich doch gut, dass Frauchens Eltern sich spontan anboten, mich für diese Zeit bei ihnen wohnen zu lassen. Naja, und mich natürlich entsprechend meiner Ansprüche zu versorgen.
Die Aussicht auf 10 Tage unbeschwerten Daseins bei Menschen, die mir praktisch jeden Wunsch von den Augen abzulesen versuchen, bei denen fast immer was runter fällt, was ich mir einverleiben kann, die mich betüddeln und unter der Decke schlafen lassen – diese Aussicht erfüllte mich durchaus mit einer gewissen Vorfreude.

Trotzdem war es ein bisschen komisch, als Frauchen mich Donnerstag Abend ohne mich nach Hause fuhr…. Das muss ich ja doch zugeben….

Aber schon am nächsten Tag begann auch für mich der Urlaub: Frauchens Papa spazierte mit mir durch’s Naturschutzgebiet, ich traf dort Enten und Schafe, und neue Hundebekannte.
Den ganzen Tag war er um mein Wohlergehen besorgt. Ich liebe diesen Typ!
Abends durfte ich mich an Frauchens Mama auf’s Sofa kuscheln, nachts an Frauchens Papa unter die Bettdecke.

Als wir dann Frauchen am Flughafen abholten, war ich eigentlich überrascht, wie schnell die Zeit vergangen war. Na gut, nun war sie also wieder da. Und habe es doch irgendwie bedauert, dass wir ohne den tollen Papi-Typ nach Hause fuhren….
Aber nun ist es eigentlich auch wieder ganz schön, so mit Frauchen und mir. Vor allem – sie hat mir grandioses amerikanisches Spielzeug mitgebracht! Davon kann ich ja nie genug bekommen.

Also, wenn sie das nächste Mal weit wegfahren möchte – zu Frauchen-Mami und dem Papi-Typ gehe ich gern wieder!

baustellen-hund

Nun bin ich doch vom Bürohund schon zum Baustellenhund aufgestiegen! Bereist 2x hat Frauchen mich für ein paar Tage mit zu „unserer“ großen Baustelle bei Leipzig mitgenommen. Dort wird eine Jugendstrafanstalt gebaut. Natürlich habe ich ein schönes Plätzchen in der Baubude. Und in Ermangelung einer Fensterbank wurde extra für mich ein Tisch am Fenster platziert.
Normalerweise ist auf so einer großen Baustelle (das Geländer hat 16 ha) natürlich eine Menge los: viele Handwerker, Transportfahrzeuge, Kräne, Bagger. Deswegen darf ich nur mal entlang des großen Zaunes laufen (was aber höchst interessant ist, denn da gibt es jede Menge KANINCHEN!) Aber wenn die meisten Handwerker Feierabend machen, darf ich mit Frauchen auch eine Runde über die Baustelle mitgehen. Und das ist echt spannend! Überall ist so herrlicher Dreck!

uf abeit

Ich bin ja bekanntermaßen „Bürohund“. Morgens – wenn ich eigentlich ja noch schlafen wollen würde – geht’s mit Frauchen ins Büro. Nachdem ich mir dann bei allen zuständigen Stellen ein Begrüßungsleckerchen abgeholt habe, kann ich mich endlich wieder zur Ruhe begeben. Entweder in meiner gemütliche Kudde neben Frauchens Schreibtisch, gerne aber auch auf der Fensterbank. Von da kann ich nämlich genau beobachten, ob bei Schlecker gegenüber auch alles mit rechten Dingen zugeht. Wenn es klingelt, gehe ich gelegentlich mal nachsehen, wer uns da besuchen kommt. Aber in der Regel interessiert mich das nicht mehr so sehr wie am Anfang, als ich hier noch neu war. Denn mittlerweile hab ich mir gemerkt, dass außer dem Paketboten, der evtl. mal ein Karton mit Leckerchen oder gar Spielzeug für mich bringt, die Leute nie mal ’n Leckerchen springen lassen. Was soll ich mich deswegen also bemühen?Und natürlich muss ich sofort von meinem Platz aufspringen, wenn ich die Schlüssel von Frauchens Papa klimpern höre! Der ist nämlich immer sehr freigiebig mit Leckerchen und nicht so geizig wie Frauchen! Neulich hatte ich es dabei so eilig, von der Fensterbank zu kommen, dass ich auf Frauchens Tisch leider die Kaffeetasse umgestoßen habe… Mein Glück, meinte Frauchen, dass dabei nur der Tisch, der Stuhl und ihre Hose was abbekommen haben, und nicht die Tastatur. Aber ihre Stimme hatte dabei irgendwie einen komischen Unterton…

Nach ein paar Stunden bekomme ich vom vielen Nichtstun und Rumdösen natürlich Hunger und muss mir mal die Beine vertreten. Obwohl – so richtig Bock zum Laufen hab ich da eigentlich nicht. Aber hund hat ja so seine Bedürfnisse… (Anm. von Catha: Nova kann die Uhr lesen – pünktlich zwischen 12.30 und 13 Uhr und zwischen 16.30 und 17 Uhr wird Madame aktiv.) Naja, und wenn wir dann nach Hause fahren, bin ich im Auto immer schon ganz aufgeregt und muss im Garten erstmal ne Runde rumtoben.
Aber ist schon ganz nett so – da wo Frauchen ist, bin ich auch gern.

die lieben nachbarn

Da bin ich doch heute morgen auf meiner ersten Runde durch den Garten mal eben zu unseren Nachbarn rüber, immerhin muss da ja auch mal nach dem Rechten geschaut werden und die sagen ja auch immer, dass sie nichts dagegen haben, wenn ich sie besuche. Uhhh, da hat mich was erschreckt! Ich weiß nicht mehr genau, was es war, aber ich bin dann flux wieder auf unsere Terrasse und hab „dem Ding“ noch mal empört hinterher gebellt.
Naja, nachdem ich mich beruhigt hatte, bin ich nochmal gucken gegangen. Da war aber Frauchen zur Stelle und hat mich zurück gepfiffen.
So, und da gingen bei unseren Nachbarn die Rolläden hoch: „Dieser scheiß Köter! Muss das denn sein??! Um 7 Uhr morgens!!“ kam es von dem mir eh schon unsympathischen Bernd (übrigens Vorruheständler). Frauchen ganz baff: „Das kommt halt mal vor.“ (Und wir sind ja eh nur drei Nächte die Woche da.) Und Bernd: „Dann geh doch Gassi mit dem blöden Vieh!!“ Also sowas! Auf der einen Seite finden sie es niedlich, wenn ich über ihre Wiese streife (dabei halte ich ja eigentlich nur Ausschau nach ihrem dicken, alten Kater) und auf der anderen Seite muss hund sich solche Beleidungen anhören!
Dass Frauchen angenervt war, kann man sich wohl vorstellen. Aber das ist mir dann auch unheimlich, also hab ich mich erstmal verkrochen. Menno, was für ein Start in den Tag!